Christoph Mayer 

 

        STATE OF THE HEART
        Vernissage: 30. Juli 2016, 13:00

 

        30. Juli - 6. August 2016
        Galerie Heike Curtze und Petra Seiser, Galerie Salzburg, 

Wiener-Philharmonika-Gasse 2, Salzburg

 

 

STATE OF THE HEART

Stellen Sie sich vor, Österreich wird zur Dialyse ans Mittelmehr geschickt. Und zwar der gesamte Staat, das leibhaftige Österreich. Stellen Sie sich also vor, wie dieses Fleckchen Erde mit einem einzigen Spatenstich ausgestochen ins Mittelmeer verfrachtet und sagen wir so zwischen Libyen und Griechenland platziert wird. Und dass die österreichische Ostküste, so müsste man das Burgenland dann bezeichnen, dem Gazastreifen gegenüberliegt, ja ihn gar berührt –  und im Süden schmiegen sich die Steiermark, Kärnten und Osttirol an das Nildelta. Eine wunderbare Vorstellung, so finde ich.


Vlies-Tapeten, gedacht für die Verzierung der eigenen vier Wände –  somit Insignien des Privaten, Persönlichen, Geschützten –  sind das Trägermaterial der neuesten Bilderserie von Christoph Mayer. Sie wurden vom Künstler übereinandergeschichtet, gekleistert, geleimt, bevor er dann Streifen, Fetzen wieder herunterriss und an anderer Stelle, in anderen Bildern aufklebte. Collage und Décollage als transformatorischer Prozess von Versatzstücken. Österreichische Geschichte, Tagespolitik, Biografisches verschmelzen miteinander. Nach und nach verwandelt sich die Wohn-Tapete dadurch in ihr Gegenteil, in ein öffentliches Schaustück, ein der privaten Isolation entrissenes Plakat. Inside out und outside in!

 

"Österreich-Melanom", so der Titel einer Arbeit, zeigt ein melanom-artiges Gebilde in unterschiedlichen Wachstumsphasen – bis letztendlich die Österreich-Form erkennbar wird. In der Diagnostik gilt die "ABCDE-Regel", welche für fünf Kriterien zur Erkennung eines malignen Melanoms steht. Treffen zwei der fünf zu, wird zu einer vorsorglichen Entfernung der gefährlichen Wucherung geraten. Zu den Erkennungsmerkmalen zählen zum Beispiel Asymmetrie, eine unregelmäßige, unebene Begrenzung und Erhabenheit, womit bereits drei Parallelen zur Form des österreichischen Staatsgebildes gegeben sind. Statt zu einer Entfernung rät Christoph Mayer jedoch zu einer Transplantation. Ein Verfrachten an nur scheinbar ferne Gestade.

       

       

        Christoph Mayer und Olaf Sailer

 

        FUCKSIMILE
        Vernissage: 21. April 2016, 18:30

 

        22. April - 3. Juni 2016
      Galerie Frewein-Kazakbaev, Schulgasse 70, 1180 Wien

 

FUCKSIMILE

 

Falls alles Kopie, sind individuelle Mythen immerhin lausig einverleibte Faksimiles. Der selbstarrangierte, meist selbstvergessen komprimierte Abklatsch dessen, was vormals gefühlt, gedacht, gelitten, wie gefuhrwerkt, wie gestritten, was am eigenen Leib erfahren und allzu verfahren wurde. Was vom Erleben in Erinnerung bleibt, womöglich erhalten bleiben soll, wird flugs vergärt zu Erzählungen, gerinnt mit den Farben zur Form, Figur, Abstraktion, wird zum Bild, zwangsläufig zur Darstellung oder auch Fabel, die nie dem Fluch entkommt, sich von ihr ein Bild, zumindest annähernd Sinn zu machen, auch wenn das Gezeigte, Geschriebene noch so wenig nach Interpretation und Verständnis heischt. Wer oder was entkommt schon der Flucht in die Bedeutung!

 

Durch die Konditionierung von Kindesbeinen an, geradezu eine Sucht, Sämtliches als Signifikanten zu sehen, zu verstehen, wird in Nasen gebohrt, gezerrt und gezogen. Dazu der Wunsch, gemäß der Intention des Urhebers das Ganze richtig zu entschlüsseln. „Wie darf, soll ich den Text, das Bild bitte verstehen?“ Wir sagen’s euch deutlich: als Fucksimile.

 

Ein Mythos, der in der Alltags- wie auch Kunstwelt (falls jemand die Unterscheidung ernst nimmt) immer noch herumspukt, ist jener, dass ein Selbstausdruck gerade auch dann vielsagend, berührend etc., somit gelungen sei, wenn das möglichst Persönlichste möglichst ungefiltert, unbewusst, unvergoren, quasi sein loses Selbst im somnambulen Augenblick, aufs Papier gebracht, die Leinwand geklatscht wird. So verstanden möchte man die in Dosen verewigte Merda d’artista geradezu als Offenbarung preisen. Was aber ist mit der Kunst, sich dem eigentlich größten, dem Gedächtnismist, der längst faulenden Erinnerung in Gestalt vermaledeiter Relikte, den vermeintlichen Originalen, verstaubter Aufzeichnungen und abgestandener Bilder zu stellen? Alles nur Nachbildung: Fucksimile

 

Und zwar von vornherein. Denn wie erwähnt, verdaut Erinnerung gerade noch gerade noch Präsentes im Nu zu einem süßen Brei, der, wenn mitunter auch sauer aufstoßend, wieder und wieder, zart nachgesalzen, aufgekocht wird. Wenn unsere Psyche schon nicht umhinkommt, das ganze Gemenge an Wahrnehmung, Emotionen, Kognitionen, an Getanem und Vertanem bis hin zur Erträglichkeit zu filtern, sei angeraten, sich mit dem stets faksimilierten Leben, seinen simulierten Originalen, von Zeit zu Zeit zu foltern.

 

Und zwar bis hin zur Unerträglichkeit. Schicht um Schicht eine abtragende Annäherung ans Gewesene durch ein Augenmerk auf das anhaltende, das stets präsente Verwesen des Vergangenen, nicht Vergebenen, und damit zugleich ein geschärfter Blick für die zugleich bereits verwesende Präsenz. Deutlicher tritt dadurch hinter vordergründig Persönlichem von Geschichten, Bildern und Objekten ihr Charakter als Stilisierung und Mythisierung zutage. Oder hinter tagespolitischem Geschwätz historisch Verdrängtes.

 

Vernehmbarer im Bild-Text-Verhör werden die Lebenslügen. Für Momente erkennbar die blinden Flecken durch das ständige sich Ausrichten nach Sinn und Stringenz mittels Reflexion. Jegliche Kohärenz bleibt jedoch prekär, bloß (Selbst-)Verständnis eben. Jeder Spiegel wird blind. Das Originäre bleibt verborgen, verwaist, von Beginn an verwest.

 

Was dann aus den Re – ink – papers – wie Tapetenplakaten oder Testamentsentwurf – spricht? Das Originelle von Kopien, für die nie ein Original vorlag, bloß Ideen davon. Als Wunsch, als köstliches Wiederkauenverdauen längst gegessener Sachen, verfickter Zeit. Echte Fucksimiles!

(Olaf Sailer)

 

 

 

Achtzig Künstler der Sammlung gratulieren Achim Freyer zum 80. Geburtstag,

Kunsthaus Achim-Freyer-Stiftung, Berlin

vom 30.März 2014 bis 30. November 2014

        

        Franz Baumgartner, Stylianos Schicho, Hubert Schmalix,

        Christoph Mayer, Fabian Patzak, Stirn Prumtzer

        spring salad
        Vernissage: 17. April 2012, 18:00

 

        18. April - 19. Mai 2012
        Lukas Feichtner Galerie, Seilerstätte 19, 1010 Wien

 

 

 

       

       

        Christoph Mayer und Heike Schäfer

 

        Katalogpräsentation ,D O P P E L P A C K'
        Vernissage: 6. Dezember 2011, 19:00

 

        15. September - 9. Oktober 2010
        vesch.org; Schikanedergasse 11, A-1040 Wien

 

Die beiden Künstler Christoph Mayer & Heike Schäfer kennen sich seit ihrer Studienzeit an der Universität für angewandte Kunst in Wien.
Seither haben sie in loser Folge gemeinsam zahlreiche Ausstellungs- und Projekt-Kooperationen in Wien, Leipzig, Berlin und Köln umgesetzt.
Jetzt wurde ein Doppelkatalog publiziert, welcher dieser Zusammenarbeit auch formalästhetisch Rechnung trägt.

 

 

 

        



        Gruppenausstellung mit mehr als 30 Künstlern

        Before the movies paintings were like the movies
        Vernissage: 16. Mai 2011, 19:00

 

        mo.e, Thelemanngasse 4, 1170 Wien

 

 

 

 

 

 

        Lukas Johannes Aigner, Alex Kiessling, Christoph Mayer,

        Katherina Olschbaur
        Neue malerische Positionen Teil 2
        Vernissage: 14. September 2010, 18:00

 

        15. September - 9. Oktober 2010
        Lukas Feichtner Galerie, Seilerstätte 19, 1010 Wien
        Dienstag - Freitag 10:00 - 18:00, Samstag 10:00 - 16:00

 

 

 

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               Ausstellung for achieving higher temperature von 

               Christoph Mayer in der "Black Heater Gallery"im

               Kunsthaus Bregenz, Karl-Tizian-Platz 1, 6900 Bregenz,

               2. Oktober 2010 um 19 Uhr

 

 

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               Ausstellung HAIR10 Gruppenausstellung der Hospiz

               Artists in Residence 2009/2010 in der "Hospiz Galerie

               Bregenz", Rathausstraße 27, 6900 Bregenz

               25. August bis 2. Oktober 2010

 

 

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Ausstellung 757 von Heike Schäfer, Christoph Mayer und Stylianos Schicho in der G11 Galerie, Landsberger Allee 54, 10249 Berlin-Friedrichshain, 3. Etage am 4. Juni 2010 um 19 Uhr

 

 

 

Ausstellungsansicht "G11 Galerie"

 

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Ausstellungsansicht "Exposition"

Ausstellung KARSAMSTAG von Heike Schäfer und Christoph Mayer in der "Exposition", Bahnhofring 3, 8380 Jennersdorf, am 3. April 2010 um 13 Uhr