Zum Malakt tritt mitunter die Wut, wie zum Bild die Illusion. Nistet sich letztere im Schaffensprozess ein, wird dieser madig, setzen sich Perspektive, Phantasie und Psyche des Künstlers im Werk fest, bedarf es kompromissloser Katharsis, der affektiven Abkehr wie auch der analytischen Axt, mit aller Schärfe und Kraft des Habitus-Henkers. Ob kulturtypische Assoziationen und Analogien, ob kunsttheoretische Rezeptions- und damit auch Produktionsansätze, ob die persönlichen psychischen Prägungen sowie ästhetischen Parameter – die verinnerlichten Muster werden decouvriert statt durchdekliniert und womöglich paralysiert, um versteckte Intention, vertrackte Perzeption und verdammte Fiktion, im Sinne mangelnder Referenz, sowie nicht zuletzt den Schaffensprozess selbst freizulegen. Mit letzterem wurden von Christoph Mayer der Modus Operandi (die Art des Handelns und Durchführens), der Modus Procedendi (die Art und Weise des Verfahrens) und auch der Modus Vivendi (die Art – mit etwas – zu leben) seiner selbst in den Mittelpunkt gerückt. 

(Olaf Sailer)